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Der Startschuss für die CONVEMA Versorgungsmanagement GmbH erfolgte im Mai 2007 in Berlin. Als Dienstleister unterstützt CONVEMA Krankenkassen, Ärzte, Krankenhäuser und weitere Akteure im Gesundheitswesen im Versorgungs- und Vertragsmanagement. Dabei liegen die Kernkompetenzen in der Übernahme von Managementaufgaben und der Leistungsabrechnung. 

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Fachtagung zu "10 Jahre Verbundversorgung Berlin-Brandenburg": Vertragspartner ziehen positive Bilanz

Spannende Erfahrungsberichte zur Verbundversorgung und eine kritische Einschätzung möglicher Auswirkungen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG) standen im Mittelpunkt der Fachtagung, zu der CONVEMA gestern anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Verbundversorgung in Berlin-Brandenburg eingeladen hatte. Dabei waren sich die Verantwortlichen aus dem Versorgungsmanagement der Krankenkassen und die Leistungserbringer darüber einig, dass man auf einem guten Weg sei, auch wenn durchaus systemisches Verbesserungspotenzial bestehe.

Thomas Mohaupt

In ihren Eröffnungsstatements stellten Thomas Mohaupt, Geschäftsführer der CONVEMA, und Thomas Fiege, Leiter Versorgung und Verträge der BKK VBU, insbesondere die gute Kooperation der Kassenseite mit den ambulanten und stationären Leistungserbringern im Verbund heraus. Gemeinsam mit ihnen habe man vor zehn Jahren die ausgetretenen Pfade verlassen und sei neue Wege gegangen. Das Ziel, eine für die Patienten maßgeschneiderte Versorgung, sei dabei durch ein optimal abgestimmtes Verfahren zwischen allen Beteiligten erreicht worden.

Die aktive Einbindung aller Beteiligten klappe wiederum nur mit einer funktionierenden Infrastruktur, betonte Adrian Schmidt, Produktmanager bei CONVEMA. Als zentraler Erfolgsfaktor bestehe diese aus den drei Säulen Prozesssteuerung, Abrechnung und Qualitätssicherung. „Dabei hat sich die elektronische Abrechnungslösung „WebSolution“ als äußerst effektive und bei niedergelassenen Ärzten beliebte Prozessunterstützung erwiesen“, stellte Schmidt fest.

Für Lars Straubing, Geschäftsbereichsleiter Versorgungsmanagement der BKK VBU ist die Patientensteuerung das Herzstück der Verbundversorgung. Bei der BKK VBU habe man 2008 damit angefangen, das Potenzial für die ambulante und teilstationäre Behandlung von Patienten auszuloten. Ziel war es, möglichst viele Patienten ambulant innerhalb der Verbundversorgung zu behandeln. Das sei auch gelungen, was man an den steigenden Fallzahlen in diesem Bereich ab 2008 erkennen könne. Dabei profitierten sowohl die Patienten als auch die BKK VBU: die einen über eine höhere Versorgungsqualität, die andere über eine aktive Gestaltung des Versorgungsprozesses. „Wir agieren!“, mit diesem Motto habe die BKK VBU die damalige Herausforderung angenommen.

Status quo: Zufriedenheit mit dem Verbund, Kritik am System

Auch die an der Verbundversorgung beteiligten Leistungserbringer haben in erster Linie gute Erfahrungen gemacht. Ziel war vor allem, mittelschwere Eingriffe nicht mehr vollstationär, sondern ambulantPlus, also teilstationär, zu erbringen, betonte Mathias Mielke, Manager am MedizinZentrum am Sana Klinikum Lichtenberg (MZL). Kassenübergreifend hätte die Anzahl der Operationen innerhalb der integrierten Versorgung von 105 im Jahre 2003 auf 1.365 im Jahre 2013 zugenommen. Die Hälfte aller OP-Fälle im Selektivvertragsbereich käme mittlerweile aus der Verbundversorgung Berlin-Brandenburg. Das Alleinstellungsmerkmal des MZL sei ein Verbindungstunnel zum Klinikum, der im Notfall bei oder nach einer ambulanten Operation eine umgehende und umfängliche vollstationäre Behandlung und Betreuung ermögliche.

Der Vorstand des HNO-Verbundes Berlin, Dr. Ullrich Möll, bilanzierte: „Der operative Vertrag ist mittlerweile hervorragend etabliert, verbesserungswürdig ist aus unserer Sicht allerdings die spezifische Immuntherapie.“ So nähmen derzeit nur sechs Krankenkassen am IV-Vertrag für diese Therapie teil. Seine Kritik an der Regelversorgung: Dort werde die Therapie allergologischer Erkrankungen vernachlässigt, was häufig zu einem „Etagenwechsel“ führe. So könne sich ein nicht ausreichend therapierter Heuschnupfen zum Asthma entwickeln mit der Folge weitaus höherer Kosten für die Gesundheitsversorgung.

Kritische Anmerkungen zum Wettbewerb kamen von Daniel Friebe, Geschäftsführer der IVM plus GmbH in Leipzig und Kooperationspartner der Verbundversorgung in Mitteldeutschland. „Ohne Schild und Lanze“ sei es für den „Zwischensektor“ extrem schwierig, stationsersetzende Leistungen zu etablieren. So habe die IVMplus zwar derzeit 83 Verträge mit Krankenkassen. Dennoch sei die weitere Finanzierung nicht sicher, weil Krankenkassen zwar Verträge zur integrierten Versorgung abschließen könnten, es aber nicht müssten, und es oft wegen verschiedener Hürden auch nicht täten. Obwohl sich die integrierte Versorgung sowohl qualitativ (niedrige Komplikationsraten, zufriedene Patienten) als auch quantitativ rechne (kürzere OP-Zeiten, geringere Liegezeiten, weniger Kosten), würde dort zu wenig investiert. Umgekehrt würde immer noch eine Vielzahl unwirtschaftlich arbeitender Krankenhäuser am Leben erhalten. Friebe forderte daher gleiche Rahmenbedingungen für alle, nur so könne ein Qualitätswettbewerb zum Wohle des Patienten erfolgreich sein.

Ausblick: Bestehende Hemmnisse fallen, neue entstehen

Ob die Hürden zum Abschluss neuer Verträge zur integrierten Versorgung künftig tatsächlich kleiner werden, analysierte Roland Leuschner, stellvertretender Abteilungsleiter Versorgungsmanagement beim BKK Dachverband. Zwar sehe das GKV-VSG - mittlerweile als Kabinettsentwurf - einen Innovationsfonds zur Förderung innovativer Versorgungsformen vor, was die hohen Entwicklungs- und Investitionskosten für Krankenkassen auffangen könnte. Auch würde das GKV-VSG etliche derzeit noch bestehende Hemmnisse beseitigen, wie zum Beispiel die Vorlagepflicht beim Bundesversicherungsamt (BVA). Auf der anderen Seite würden neue Hemmnisse geschaffen, wenn beispielsweise ihren Sektoren verpflichtete Mandatsträger über sektorenübergreifende Projekte entscheiden sollen. „Das Denken von Entscheidungsträgern endet in der Regel an der eigenen Sektorengrenze, von daher ist eine solche Regelung nicht sinnvoll“, brachte es Leuschner auf den Punkt.

Perspektivisch arbeiten die Verantwortlichen daran, die Verbundversorgung Berlin-Brandenburg zukunftsfest zu machen. Zu diesem Zweck sollen weitere Indikationen einbezogen und das Zweitmeinungsverfahren etabliert werden. Die Abschlussdiskussion fasste dann Thomas Mohaupt zusammen: „Wichtig ist immer, dass Verträge zur integrierten Versorgung nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch gelebt werden. Das wiederum setzt gegenseitiges Vertrauen voraus. In der Verbundversorgung Berlin-Brandenburg ist dieses Vertrauen zwischen den Kooperationspartnern seit zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Wenn dabei auch die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Blick gerät, ist das die Basis für eine sektorübergreifende, qualitativ hochwertige und nachhaltige Versorgung der Patienten.“

Hier finden Sie die vollständigen Tagungsvorträge als PDF-Dokumente:

Thomas Mohaupt, Geschäftsführer CONVEMA

Adrian Schmidt, Produktmanager CONVEMA

Lars Straubing, Geschäftsbereichsleiter Versorgungsmanagement, BKK VBU

Mathias Mielke, Manager am MedizinZentrum am Sana Klinikum Lichtenberg (MZL)

Dr. Ullrich Möll, Vorstand des HNO-Verbundes Berlin

Daniel Friebe, Geschäftsführer der IVM plus GmbH in Leipzig

Roland Leuschner, stellvertretender Abteilungsleiter Versorgungsmanagement beim BKK Dachverband